Parodontalbehandlung (Zahnfleischbehandlung)

Was ist eine Parodontitisbehandlung?

Während des Tests tastet der Zahnarzt mit einer Sonde das Gewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch ab. Bildquelle: (c) Initiative proDente e.V.

Eine Parodontitis kann man stoppen! Die Heilung des Zahnhalteapparates besteht in der Reparatur der entstandenen Gewebeschäden. Eine Wiederherstellung oder Rekonstruktion des bereits verschwundenen Zahnfleisches ist nur beschränkt erreichbar.

In der modernen Zahnheilkunde erfolgt eine Parodontalbehandlung unter möglichst minimalinvasivem Einsatz zur Substanzschonung von Zahnfleisch und Knochengewebe. Die Behandlung besteht darin, alle krankmachenden Beläge und bereits nekrotisiertes Gewebe zu entfernen, damit sich das Gewebe des Zahnhalteapparates festigen und erneut an den Zahn anlegen kann.

Parodontitis ist die Entzündung des Gewebes um die Zahnwurzel herum verbunden mit Knochenabbau. Ohne Behandlung führt Parodontitis zum Zahnverlust.

Die Verursacher sind die Plaque und der Zahnstein sowie die damit einhergehende bakterielle Besiedelung am Zahnfleischrand und auf der Wurzeloberfläche des Zahnes unterhalb der Zahnfleischgrenze. Die Zahnfleischtaschen werden mit speziellen Instrumenten gereinigt. Gezielt eingesetzte Medikamente können so eine Behandlung begünstigen.

Gingivitis (Vorstufe der Parodontitis)

Der Gingivasaumen sieht wulstig aus, die Zahnfleischoberfläche glänzt und ist gespannt. Das Zahnfleisch blutet auf Berührung.

Parodontitis

Das Zahnfleisch zieht sich zurück. Die Zähne wirken dadurch länger und beginnen durch den damit einhergehenden Knochenabbau locker zu werden.

Parodontale Chirurgie

Bevor es zu einer chirurgischen Parodontitis-Behandlung kommt, werden alle Zähne zunächst vorbehandelt. Durch Maßnahmen wie Mundhygieneoptimierung, professionelle Zahnreinigungen und einer geschlossenen Kürettage werden die Plaque am Zahnfleischrand, auf der Zahnoberfläche, sowie Zahnstein und Konkremente in der Paro-Tasche so weit wie möglich entfernt.

Sollten anschließend nach der Regenregierungsphase vereinzelte Taschen weiterhin Blutungen auf Sondierung aufweisen, ist eine offene Kürretage an diesen vereinzelten Zähnen angezeigt.

Häufig gestellte Fragen zur Parodontitis

Was ist der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis?

Was ist der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis?

Bevor eine Parodontitis – also eine Entzündung des zahnumgebenen Gewebes mit Knochenabbau – entsteht, entwickelt sich immer zuerst eine Gingivitis. Das bedeutet eine oberflächige Zahnfleischentzündung ohne Knochenabbau.

Der große Unterschied zwischen der Gingivitis und Parodontitis ist der, dass die Gingivitis spontan reversibel ist. Das bedeutet, sie kann bis zum gesunden Zustand  vollständig ausheilen (Dauer ca. 1 Woche), wenn die Ursache – die Plaque – vollständig entfernt wird.

Ursache der Gingivitis ist in erster Linie die Plaque und nur selten ein Ernährungsfehler, eine Hormon- oder gar eine Stoffwechselstörung. Mit anderen Worten: eine Gingivitis kann durch das Verhindern von Plaque-Ansammlungen vermieden werden.

Bakterien bilden zusammen mit Nahrungsresten einen Biofilm auf der Zahnoberfläche bzw. am Zahnfleischrand und Zahnzwischenraum. Werden die weichen Beläge (Plaque) durch häusliche Mundhygiene nicht ausreichend entfernt, lagert sich Kalzium aus dem Speichel ein. Harte Beläge in Form von Zahnstein entstehen. Bakterien können auch in das Zahnfleischgewebe eindringen. Die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, reagiert mit einer Entzündung des Gewebes, einer Gingivitis. Besteht diese Entzündung längere Zeit, kann sie zum Abbau des Zahnknochens und der Zahnhaltefasern, zu einer Parodontitis, führen. Im schlimmsten Fall und ohne Behandlung kann es zum Verlust der Zähne kommen. Bildquelle: © Initiative proDente e.V.

Ab wann ist es eine Parodontitis?

Wann ist es eine Parodontitis?

Muss das Zahnfleisch allerdings zu häufig mit den Entzündungsangriffen kämpfen, tritt die Entzündung ins Knochengewebe über. So kommt es zum Knochenabbau und Zahnfleischtaschen bilden sich. Damit kommt es zwangsläufig früher oder später zur Zahnlockerung. Zahnstein und Konkremente dringen immer tiefer in das Zahnhaltefach und somit in den Knochen ein. Im fortgeschrittenem Stadium können sich entzündliche Sekrete wie Eiter und sogar Abszesse im Kieferknochen bilden.

Fakt ist, dass Zahnfleischbluten als Warnsignal ernst genommen und vom Zahnarzt abgeklärt werden sollte. So kann falsches Zähneputzen das Zahnfleisch verletzen. Es kann aber auch eine Entzündung von Zahnfleisch (Gingivitis) oder Zahnhalteapparat (Parodontitis) vorliegen. Beidem sollte entgegen gewirkt werden. Bildquelle: (c) Initiative proDente e.V.

Sind Parodontitis-Bakterien für das Herz gefährlich?

Ja, Parodontitis hat nicht nur lockere Zähne und unangenehmen Mundgeruch zur Folge, sondern eine unbehandelte Parodontitis ist auch ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ II Erkrankungen.

Bei einer länger anhaltenden Parodontitis, also einer Entzündung des zahnumgebenden Gewebes, können Bakterien aus der Mundhöhle ins Gewebe und in die Blutbahn gelangen. So können sie an anderen Stellen im Körper Erkrankungen begünstigen. Bildquelle: © Initiative proDente e.V.

Patienten-Information

Weitere Informationen zur Parodontal-Behandlung von der DGZMK.

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